Warum Alleinsein so schwer ist

Allein.
Ein Wort, das bei den meisten Menschen ein unangenehmes Gefühl auslöst.
Wenn Menschen das Wort ‚Allein‘ hören, setzten sie dieses oft mit Einsamkeit gleich, dabei sind dies zwei völlig verschiedene Dinge.

Einsamkeit ist ein Gefühl, bei dem man sich verlassen fühlt, als würde man in dieser Welt zu Nichts und Niemandem gehören. Alleinsein hingegen, beschreibt einfach einen Zustand, in dem man nur mit sich selbst an einem Ort ist.
Doch für die meisten Menschen bedeutet dies das Gleiche.
Diese Gefühle liegen für viele so nah beieinander, dass sie nicht mehr sagen können, wo das eine anfängt und das andere aufhört. Sie haben eine derartige Angst davor, dass sie alles tun, um nicht in eine Situation zu kommen, in der diese Gefahr droht.
Sie flüchten sich in Freundschaften und Beziehungen, um diese als sicheren Hafen vor dem Alleinsein zu nutzen.

Und genau das ist es, was die meisten schlussendlich in die Einsamkeit treiben wird.
Wir alle sind die meiste Zeit unseres Leben von derart viel Zerstreuung umgeben sind, dass wir nicht mehr damit umzugehen wissen, wenn diese einmal fehlt.
Andere Menschen und unzählige Medien, mit denen wir täglich in Kontakt kommen, haben diese Fähigkeit weitestgehend absterben lassen.
Wir sind selten gezwungen uns mit uns selbst zu beschäftigen und damit lebt der Großteil ganz gut. Es ist sogar erwünscht, endlich nicht mehr mit der eigenen Bedeutungslosigkeit konfrontiert zu werden.
Und genau diese Ignoranz ist es erst, die diese Nichtigkeit Realität werden lässt.

Du musst dich selbst finden

Selbstreflexion ist ein wesentlicher Teil der Persönlichkeitsentwicklung und die einzige Möglichkeit, zu besseren Menschen zu werden.
Einem Menschen, mit dem wir eben gerne allein sind.
Das scheint jedoch nicht zum Lebensmodell der meisten Menschen zu gehören.
Sie sind dankbar für die Ablenkungen und dafür, eine Ausrede zu haben, sich nicht mit sich selbst beschäftigen zu müssen.
Stattdessen pflegen sie Freundschaften, die sie eigentlich schon lange aufgeben wollten und führen Beziehungen, die sie nur aus Mangel an Alternativen eingegangen sind.
Doch alles ist besser, als allein zu sein.

Mittlerweile sind wir an einem Punkt, an dem die meisten Menschen nicht mehr als ein paar Stunden mit sich selbst allein sein können und die meiste Zeit davon, schlafen sie.
Es ist ein beängstigender Gedanke, über sich selbst und sein Leben nachdenken zu müssen und dabei womöglich Fehler zu finden.
Menschen haben Angst vor Veränderungen und die meiste Angst, haben sie vor Veränderungen in sich selbst.
Es ist einfacher sich mit Dingen zu umgeben, die einen davon abhalten, sich mit dem eigenen Sein zu beschäftigen, als in sich zu gehen und das alles für einen Moment hinter sich zu lassen.
Die Angst, was man dort finden könnte, ist zu groß.

Der Schlüssel zum Glück ist man selbst

Tief im Inneren wissen die Menschen, was sie falsch machen und wie sie das ändern könnten, doch wenn sie dies tun und dann scheitern, können sie niemandem die Schuld geben – außer sich selbst. Also geht man den einfachen Weg und läuft weiter mit Scheuklappen durch die Welt, um die Wahrheit nicht sehen zu müssen.
Und so flüchtet man sich in die sozialen Medien, umgibt sich so oft es geht mit Menschen und versucht die gefürchtete Einsamkeit fernzuhalten.
Ohne diese Dinge wissen die meisten Menschen nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen sollen, denn dieses findet für sie, außerhalb dieser Dinge, überhaupt nicht statt.
Dies führt dazu, dass sie, wenn das alles gerade nicht verfügbar ist, in ein Loch fallen.
Das ist die Einsamkeit, vor der sich alle fürchten, wenn sie das Wort ‚allein‘ hören.

Deshalb müssen wir wieder lernen allein zu sein und uns mit uns selbst zu beschäftigen.
Es ist wichtig, dass wir unsere eigene Gesellschaft zu schätzen wissen.
Andernfalls werden wir immer in anderen das Glück suchen, das wir uns selbst nicht geben können und machen uns so von ihnen abhängig.
Doch wir sind selbst für unser Leben und unser Glück verantwortlich, diese Bürde sollten wir niemand anderem auferlegen als uns selbst.

Wir sollten herausfinden wer wir sind und was wir wollen, um uns weiterzuentwickeln und so zu der Person zu werden, die wir uns selbst als Gesellschaft wünschen würden. So werden wir die beste Version von uns selbst und das Alleinsein wird etwas, das wir nicht mehr um jeden Preis verhindern müssen.

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