Du bist nicht nur dein Körper


Wir alle kennen die fettfreien, zarten und perfekt wirkenden Körper der weiblichen Models, die das Idealbild unserer westlichen Welt geprägt haben.
Natürlich, wie denn auch nicht.
Unsere Medien sind auch ausschließlich mit genau diesen Körpern vollgestopft und haben in unseren Köpfen ein völlig falsches Bild hinterlassen. Durch dieses überrepräsentierte Körperideal haben die meisten Menschen vergessen, wie ein echter Körper überhaupt aussieht. In unseren Köpfen haben Körper keine Cellulite oder auch nur eine einzige Falte, diese Körper müssen auch nicht in Kleidung größer als Konfektionsgröße 36 eingehüllt werden oder haben gar Dehnungsstreifen.

Den Wenigsten ist tatsächlich bewusst, dass diese Körper nicht der Norm entsprechen und sogar von denen, die durch die Genlotterie nah an diesem Ideal sind, krampfhaft erhalten werden müssen.
Dabei entsteht auch eine sehr einseitige Betrachtung von Schönheit. Körper sind nunmal nicht alle gleich und müssen deshalb auch nicht gleich aussehen.

Die Individualität geht verloren

Wir müssen nicht alle dieselbe Figur, dieselben Haare und denselben Kleidungsstil haben. Inmitten dieser verqueren Normen haben wir nicht nur verlernt die unterschiedliche Schönheit anderer zu schätzen, sondern auch unsere eigene. Wir sehen nicht in den Spiegel und betrachten unsere schönen Seiten, sondern wir sehen hinein und uns lachen genau die Körperstellen entgegen, die nicht so aussehen, wie die der Models aus der Werbung.

Niemand betrachtet mehr seine Individualität, sondern ist nur damit beschäftigt den Teil an sich zu hassen, der nicht dem entspricht, was wir in den Medien sehen.
Im Grunde genommen hassen wir uns dafür, dass wir nicht wie ein retuschierter Mensch auf einem gestellten Foto aussehen.
Männer bestehen nicht nur aus gestählten Sixpacks und Frauen haben nicht alle die Maße 90-60-90 – und das sollten sie auch nicht.

Der Großteil der Menschheit sieht durchschnittlich aus und das müssen wir endlich wieder anerkennen, wenn wir mit unseren Körpern in Einklang kommen wollen. Wir müssen wieder ein reales Bild davon bekommen, wie Körper auszusehen haben und dass man ihn zwar modifizieren kann, ihn aber nicht komplett ändern muss. Das einzige Kriterium sollte sein, dass unser Körper gesund ist.
Alles andere artet nur in Selbstzweifeln und Selbstkasteiung aus, weil der Körper nicht exakt so aussieht, wie man glaubt, dass er es müsse.

Es gibt mehr als Aussehen

Diese Unzufriedenheit ist unnötig und fußt einzig und allein auf einem Bild, das Menschen geschaffen haben, die wir nicht kennen. Sie haben ein Körperbild als Ideal etabliert, das vielleicht von einem Prozent der Menschheit je erreicht wurde. Das hat dazu geführt, dass wir uns viel zu oft mit dem unwichtigsten Teil unseres Lebens beschäftigen – unserem Aussehen.
Jeder weiß, dass Oberflächlichkeit keine gute Eigenschaft ist und auch ist jedem klar, dass oberflächliche Dinge nicht glücklich machen. Trotz alledem sind wir die meiste Zeit unseres Lebens damit beschäftigt, genau diesen oberflächlichen Dingen nachzulaufen, in der Hoffnung, dass sie mit einem Schlag alle unsere Probleme lösen, obwohl sie meist selbst das Problem sind.

Wir müssen anfangen ein anderes Körperbild zu propagieren und der Welt wieder klarmachen, wie Menschen auszusehen haben – nämlich so wie sie sind. Es hat, außer für die Abnehmindustrie und einer Vielzahl von Schönheitschirurgen, keinen Sinn ein derart sinnloses Lebensziel in die Welt zu schreien. Menschen müssen wieder lernen, sich zu lieben, anstatt ihr ganzes Leben gegen ihren Körper anzukämpfen, um ein oberflächliches Ziel zu erreichen. Die Suche nach Glück sollte nicht am eigenen Aussehen scheitern.

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