Volkssport Partnersuche

Zu viele von uns haben eine bestimmte Vorstellung von Glück – eine Beziehung.
Ich spreche hier bewusst nicht von Liebe, denn Liebe hat damit nichts zu tun, zumindest nicht bei dieser Art Mensch, die ihr ganzes Leben auf Beziehungen reduziert. Sie beurteilen ihre Lebensqualität an dem Vorhandensein einer Beziehung.

Dabei spielt es keine sehr große Rolle, mit wem man diese führt. Die Person muss minimale Anforderungen erfüllen, die, je größer die Angst vor dem Alleinsein ist, umso geringer sind. Die Person an sich, ist deshalb so unwichtig, da sie nur gewisse Dinge zu erfüllen hat, für die der Charakter keine so große Rolle spielt. Sie muss nur die Lebenslücke, die viele dieser Menschen fühlen, ausfüllen. Diese Person ist als ausfüllende Freizeitbeschäftigung gedacht, denn in einer Beziehung kann man Menschen auf eine Weise an sich binden, die bei einer Freundschaft nicht möglich ist.

Die Person ist so immer verfügbar. Sie ermöglicht einem Paaraktivitäten, körperliche Zuneigung und die erwünschte Anerkennung der Gesellschaft, die eine Beziehung unweigerlich mit sich bringt. Alles Dinge, die eine Beziehung beinhaltet, auf denen sie aber nicht aufgebaut sein sollte. Zu viele Menschen gehen jedoch keine Liebesbeziehungen ein, sondern beschränken sich oft auf Zweckbeziehungen. Das führt dazu, dass viele den Bezug zu Gefühlen und echten Beziehungen verlieren, da sie den Glauben an diese verlieren. Außerdem glauben sie auch oft, dass ihre Beziehung echt gewesen sein muss, weil sie ein paar Jahre gehalten hat, was bei diesen Menschen allerdings nur der Gewohnheit und der Angst vor dem Alleinsein zuzuschreiben ist.

Das falsche Denken etabliert sich

Manche Menschen gehen so oft Zweckbeziehungen ein, dass sie das nach einer gewissen Zeit für die Norm halten. Sie wissen nicht, wie sich eine echte Beziehung aus Liebe anfühlen würde und geben sich deshalb mit weniger zufrieden, weil sie lieber etwas Schlechtes haben als leer auszugehen. Dieses Verhalten macht sie nicht glücklich, aber es entspricht den Erwartungen der Gesellschaft und hält die gefürchtete Langeweile fern. Keinen Partner zu haben, heißt für sie unglücklich zu sein. Die meisten von ihnen waren seit Beginn der Pubertät noch nie allein, sind sich aber sicher, dass dies schrecklich sein muss. Es ist schwer zu sagen, ob dieser Drang in einer Beziehung zu sein, unbewusst der Fortpflanzung dient oder ein neuartiges Phänomen ist, das sich mittlerweile zum Volkssport entwickelt hat.

Das Problem an dieser Art des Partnerverschleißes ist, dass es sich zum Standard entwickelt und Menschen, die einen solch fragwürdigen Lebensstil führen, andere dahingehend beeinflussen. Sie tragen ihre Weltsicht an andere heran und üben Druck aus, ohne es wirklich zu realisieren. Tut es ihnen jemand nicht nach, werden sie es als seltsames Verhalten einstufen und andersdenkenden Personen das Gefühl geben, sie würden etwas falsch machen, obwohl sie es sind, die einen falschen Weg eingeschlagen haben.

Diese verquere Denkweise entspricht keinesfalls einem gesunden Menschenverstand und Leute, die noch an Liebe glauben und die Geduld haben auf eine Person zu warten, die wirklich zu einem passt, sollten sich davon nicht beeinflussen lassen. Es ist nicht richtig eine Beziehung einzugehen, um ein wenig Händchen zu halten, Intimitäten auszutauschen und Lageweile zu vermeiden. Es ist auch nicht schlimm ein paar Jahre Single zu sein und auf die richtige Person zu warten, anstatt willkürlich mit Personen zusammenzukommen, die nicht hässlich und auch „ganz nett“ sind. Auf diese Weise verkommt eine so schöne Sache wie eine Beziehung, zu einem Fließbandprodukt.

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